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<title>Exkretion</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Exkretion</span></h1>
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</div>
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<p>Als <b>Exkretion</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic"><i>excernere</i></span> „ausscheiden“) wird die Abgabe von überflüssigen<sup id="cite_ref-Cochran_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Cochran-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Stoffwechselprodukt" class="mw-redirect" title="Stoffwechselprodukt">Stoffwechselprodukten</a> aus dem Körper an die Umwelt bezeichnet.<sup id="cite_ref-RSW_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-RSW-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Vorgang wird oft auch einfach <b><a href="Ausscheidung" title="Ausscheidung">Ausscheidung</a></b> genannt, doch werden darunter auch <a href="Sekretion" title="Sekretion">Sekretionsleistungen</a> und alle anderen Abgaben des Körpers verstanden. Exkretion umfasst die Abgabe gelöster Bestandteile, die <a href="Def%C3%A4kation" class="mw-redirect" title="Defäkation">Defäkation</a> festerer Bestandteile<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die Abgabe gasförmiger Bestandteile, die der Körper nicht mehr benötigt.<sup id="cite_ref-beckett_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-beckett-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Defäkation ist die Abgabe unverdaulicher Bestandteile der <a href="Nahrung" title="Nahrung">Nahrung</a>, die im Inneren des <a href="Darm" title="Darm">Darms</a> verbleiben und nicht in den Körper aufgenommen wurden (z. B. unverdauliche <a href="Ballaststoffe" class="mw-redirect" title="Ballaststoffe">Ballaststoffe</a>), sowie unerwünschte bzw. überflüssige Stoffe des Stoffwechsels, die an den Darm zur Exkretion abgegeben werden können. Bei vielen <a href="Tiere" class="mw-redirect" title="Tiere">Tieren</a> werden sie durch eine <a href="Kloake_(Biologie)" title="Kloake (Biologie)">Kloake</a> abgegeben. Außerdem an der Exkretion beteiligt sind bei Wirbeltieren <a href="Atmung" title="Atmung">Atmung</a>, <a href="Harnorgan" title="Harnorgan">Harnorgan</a> und <a href="Haut" title="Haut">Haut</a>.<sup id="cite_ref-beckett_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-beckett-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Abgabe von Atemgasen (<a href="Kohlenstoffdioxid" title="Kohlenstoffdioxid">Kohlenstoffdioxid</a>) und Wasserdampf wird meist zur Atmung und nicht zur Exkretion gerechnet.<sup id="cite_ref-RSW_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-RSW-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das rektal ausgeschiedene Gasvolumen (<a href="Meteorismus" title="Meteorismus">Meteorismus</a>, <a href="Flatulenz" class="mw-redirect" title="Flatulenz">Flatulenz</a>) wird der Exkretion zugeordnet.<sup id="cite_ref-Stein_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Stein-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei Organismen, die feste und gelöste Bestandteile getrennt (über Darmausgang und Harnorgan) abgeben (viele <a href="S%C3%A4ugetiere" title="Säugetiere">Säugetiere</a> einschließlich <a href="Mensch" title="Mensch">Mensch</a>), kann Exkretion auch nur auf die Abgabe in wässriger Form über die <a href="Harnr%C3%B6hre" title="Harnröhre">Harnröhre</a> (Urethra) bezogen werden. Die Sammelbezeichnung für Produkte der Exkretion in gelöster Form und der Defäkation ist <a href="Exkrement" title="Exkrement">Exkremente</a>.
</p><p>Auch bei Pflanzen kann als Exkretion bezeichnet werden, wenn für den Organismus schädliche Stoffwechselprodukte ausgeschieden werden. Oft geschieht das über spezielle Exkretions- oder Absonderungsgewebe.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausgeschiedene_Substanzen">Ausgeschiedene Substanzen</h2></div>
<p>Die Exkretion beinhaltet <a href="Katabolismus" title="Katabolismus">Abbauprodukte</a> des <a href="Stoffwechsel" title="Stoffwechsel">Stoffwechsels</a>, Salze bzw. deren Ionen und unverdaute Bestandteile, meist als Feststoffe wahrgenommen. Außerdem ist eine mehr oder minder große Menge Wasser enthalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Begleitstoffe">Begleitstoffe</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Wasser">Wasser</h4></div>
<p>Wasser ist in aller Regel kein Stoff, der abgegeben werden müsste. Im Gegenteil, Wasser benötigen alle Organismen, um Lebensfunktionen ausführen zu können. Wasser ist aber in den Exkretionen weitgehend unverzichtbar, um <a href="Hydrophilie" title="Hydrophilie">wasserlösliche</a> Stoffe (in der Medizin wird auch von „<a href="Harnpflicht" class="mw-redirect" title="Harnpflicht">harnpflichtigen</a> Substanzen“ gesprochen) aus dem Körper zu leiten. Aber auch Verdauungsrückstände können noch beträchtliche Wassermengen binden, im menschlichen Kot sind etwa 40 % des ausgeschiedenen Wasservolumens enthalten. Wasser kann sogar den größten Anteil an den Ausscheidungen einnehmen. Gerade der verfügbare Wasseranteil ist charakteristisch für die verschiedenen in der <a href="Evolution" title="Evolution">Evolution</a> entwickelten Exkretionssysteme. Bei wasserlebenden Organismen ist er kaum begrenzt. Trotzdem unterscheiden sich die Lösungswege der Wasserorganismen teilweise beträchtlich, sie bauen auf Lösungsansätzen ihrer Vorfahren auf, die teilweise keine Wasserorganismen waren. Bei terrestrisch lebenden Organismen steht nicht beliebig Wasser zur Verfügung, daher sind zum einen Mechanismen gefordert, die geringer Wassermengen bedürfen, zum anderen erlangt die Wasserrückgewinnung (Wasserresorption) Bedeutung. So wird der <a href="Prim%C3%A4rharn" title="Primärharn">Primärharn</a> in den <a href="Nierenkan%C3%A4lchen" title="Nierenkanälchen">Nierenkanälchen</a> (<i>Tubuli</i>) der <a href="Nephron" title="Nephron">Nephrone</a> der Säugetiere konzentriert, das heißt, Wasser wird zurückgewonnen. Bei fliegenden Organismen wird die zur Verfügung stehende Wassermenge noch kritischer, denn zu Exkretionszwecken erforderliche Wassermengen tragen zur Masse des Organismus bei. Effektive Gewichtsreduzierung bedeutet daher auch, dass der Exkretionsmechanismus möglichst wenig Wasser benötigt.
</p><p>Anders ist die Situation nur für Organismen, die mit ihrer Nahrung größere Wassermengen aufnehmen. Dazu gehören nicht die großen <a href="Plankton" title="Plankton">Planktonfresser</a> (<a href="Riesenhai" title="Riesenhai">Riesenhai</a>, <a href="Walhai" title="Walhai">Walhai</a>, <a href="Blauwal" title="Blauwal">Blauwal</a>), die das Wasser gar nicht schlucken, sondern über Filter (Kiemenspalten bzw. Barten) abgeben oder auspressen. Organismen, die regelmäßig große Wassermengen mit der Nahrung aufnehmen, sind hauptsächlich <a href="H%C3%A4matophagie" title="Hämatophagie">blutfressende</a> <a href="Parasitismus" title="Parasitismus">Ektoparasiten</a>. Insbesondere für fliegende stellt der Wasserballast eine Herausforderung dar, denn die Blutaufnahme kann ihr eigentliches Körpergewicht übertreffen und ihre Flugfähigkeit sehr beeinträchtigen. Das betrifft nicht nur <a href="Blutsaugende_Insekten" title="Blutsaugende Insekten">blutsaugende Insekten</a>, auch beispielsweise <a href="Vampirflederm%C3%A4use" title="Vampirfledermäuse">Vampirfledermäuse</a> sind genauso davon betroffen. Nach der Blutmahlzeit wird daher die <a href="Diurese" title="Diurese">Diurese</a> <a href="Hormon" title="Hormon">hormonell</a> stark angeregt, um einen Großteil der Wassermenge sehr rasch auszuscheiden.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Gleitstoffe">Gleitstoffe</h4></div>
<p>Zur erleichterten Darmpassage und Ausscheidung sind neben der Hauptkomponente Wasser oft <a href="Schleim" title="Schleim">schleimige</a> Gleitstoffe aus <a href="Darmschleimhaut" title="Darmschleimhaut">Darmschleimhaut</a> oder Drüsen in den Exkreten, Fäzes und Exkrementen mit enthalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abbauprodukte">Abbauprodukte</h3></div>
<p>Abbauprodukte des Stoffwechsels, die nicht mehr benötigt werden, müssen an die Umwelt abgegeben werden.<sup id="cite_ref-Cochran_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-Cochran-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Manchmal sind diese Metaboliten für andere Organismen wie auch für den abgebenden Organismus <a href="Gift" title="Gift">giftig</a>. Dies betrifft alle Organismen aller <a href="Reich_(Biologie)" title="Reich (Biologie)">Reiche</a>. Ein Ausfall des Harnorgans kann beispielsweise zu einer <a href="Ur%C3%A4mie" title="Urämie">Harnvergiftung</a> führen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Stickstoffverbindungen">Stickstoffverbindungen</h4></div>
<p>Eine zentrale Aufgabe der Exkretion der Tiere besteht darin, überschüssige Stickstoffverbindungen aus dem Körper zu schaffen. Alle Tiere <a href="Ern%C3%A4hrung" title="Ernährung">ernähren</a> sich von anderen Organismen oder deren Überbleibseln und nutzen die in deren Bestandteilen gespeicherte chemische Energie oder wandeln die aufgenommenen Substanzen zu körpereigenen Stoffen um (<a href="Stoffwechsel" title="Stoffwechsel">Stoffwechsel</a>). Für die <a href="Stickstoff" title="Stickstoff">stickstoffhaltigen</a> Komponenten (hauptsächlich aus <a href="Protein" title="Protein">Protein</a>- und <a href="Nukleins%C3%A4uren" title="Nukleinsäuren">Nukleinsäureabbau</a>) besteht jedoch weniger Bedarf. Der Überfluss muss ausgeschieden werden. Da dieser nicht in die Form gasförmigen Stickstoffs umgewandelt werden kann, werden andere Wege gegangen.<sup id="cite_ref-Wright_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Wahl des Stickstoffträgers und die Ausgestaltung des Exkretionssystems<sup id="cite_ref-Ramaswamy_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-Ramaswamy-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> hängen von den Umgebungsbedingungen ab, insbesondere vom Wasserangebot. Wasserorganismen geben bevorzugt Ammonium als Stickstoffträger ab, während landlebende Tiere meist Harnstoff oder Harnsäure exzernieren.<sup id="cite_ref-Wright_10-1" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Ramaswamy_11-1" class="reference"><a href="#cite_note-Ramaswamy-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ammonium, Harnstoff und Harnsäure werden über verschiedene Mechanismen durch Zellmembranen transportiert, entsprechend ihrem chemischen Verhalten in Lösung.<sup id="cite_ref-Wright_10-2" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wasserbedarf bei Ausscheidung von 1 g Stickstoff:
</p>
<ul><li>Ammoniak-Lösung: 500 ml Wasser</li>
<li>Harnstoff: 50 ml Wasser</li>
<li>Harnsäure: 1 ml Wasser</li></ul>
<p>Die Problematik der Stickstoffanreicherung besteht für Pflanzen weniger, sie haben in der Regel einen Mangel an organischen Stickstoffverbindungen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Ammoniak">Ammoniak</h5></div>
<p><a href="Ammoniak" title="Ammoniak">Ammoniak</a> stellt eine mögliche und einfach zu realisierende Stickstoffverbindung dar und besitzt zudem den Vorteil, kaum noch chemische Energie zu enthalten. Der Stoff ist aber für Organismen schon in geringen Mengen giftig,<sup id="cite_ref-Cochran_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-Cochran-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> z. B. für Menschen stechend riechend. Er ist ein Gas, in Wasser gut löslich, bedarf aber gelöst einer recht hohen Verdünnung, um auch während der Exkretion nicht giftig zu wirken. Somit eignet er sich besonders für die Abgabe mittels <a href="Kiemen" class="mw-redirect" title="Kiemen">Kiemen</a>. Bei den meisten <a href="Knochenfische" title="Knochenfische">Knochenfischen</a> und den Larven vieler <a href="Amphibien" title="Amphibien">Amphibien</a> erfolgt die Exkretion von Stickstoffverbindungen zum größten Teil als Ammoniak direkt aus dem Blut durch die Kiemen, eine Niere erübrigt sich dabei.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Ammonium">Ammonium</h5></div>
<p>Ähnlich wie Ammoniak kann auch <a href="Ammonium" title="Ammonium">Ammonium</a> durch die Kiemen vieler Fische direkt vom Blut an das Umgebungswasser abgegeben werden.
</p><p>Eine andere Möglichkeit haben besonders kleine Vögel wie <a href="Kolibris" title="Kolibris">Kolibris</a> entwickelt, sie scheiden Stickstoff überwiegend als Ammonium in wasserarmer Form (als Paste) aus.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aber auch Säugetiere und der Mensch geben Ammonium mit ihrem Urin ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Harnstoff">Harnstoff</h5></div>
<p>Wasserlöslicher <a href="Harnstoff" title="Harnstoff">Harnstoff</a> und dessen Exkretion als <a href="Urin" title="Urin">Urin</a> ist vorteilhaft, denn er enthält nur noch wenig chemisch gebundene Energie, hat allerdings den Nachteil, dass er nur in Wasser gelöst ausgeschieden werden kann. Der Stickstoffträger Harnstoff wird von den meisten Säugetieren primär in ihrem Urin ausgeschieden, etwa 20 % mit dem Kot. Für Flugtiere wie Fledermäuse kommt die Harnstoffausscheidung wegen der Wasserbindung weniger in Betracht.
</p><p>Beim Abbau des abgegebenen Harnstoffs kann sich daraus durch <a href="Hydrolyse" title="Hydrolyse">Hydrolyse</a> Ammoniak entwickeln.
</p><p>Auch Knochenfische können dazu befähigt sein, Harnstoff abzugeben und je nach Bedingungen zwischen verschiedenen Stickstoffträgern wählen. Dazu gehören <a href="Kletterfische" title="Kletterfische">Kletterfische</a> (<i>Anabas Scandens</i>), <a href="Schildfisch" class="mw-redirect" title="Schildfisch">Schildfische</a> (<i><a href="Sicyases_sanguineus" title="Sicyases sanguineus">Sicyases sanguineus</a></i>), <a href="Schlangenkopffische" title="Schlangenkopffische">Schlangenkopffische</a> (<a href="Asiatischer_kleiner_Schlangenkopf" title="Asiatischer kleiner Schlangenkopf">Asiatischer kleiner Schlangenkopf</a> <i>Channa Gachua</i>), <a href="Schleimfische" title="Schleimfische">Schleimfische</a> (<i>Blennius pholis</i>), <a href="Stachelwelse" title="Stachelwelse">Stachelwelse</a> (<i>Mystus vittatus</i>) und andere, die sich amphibisch in der Gezeitenzone aufhalten.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Solange sie von ausreichend Wasser umgeben sind, geben sie Stickstoff wie die meisten Fische hauptsächlich über ihre Kiemen in Form von Ammoniak ab. Sind sie nicht mehr im Wasser, geben sie meist über ihre Schleimhäute Harnstoff ab.<sup id="cite_ref-Ramaswamy_11-2" class="reference"><a href="#cite_note-Ramaswamy-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieser Harnstoff trägt seinerseits zu Feuchthaltung bei, indem er Luftfeuchtigkeit bindet. Die Abgabe von Ammoniak über die Kiemen ist an Luft nicht möglich, die Abgabe von Ammoniak über die Schleimhäute wäre wegen der Anhaftung des Giftes nicht opportun.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Guanin">Guanin</h5></div>
<p>Die Ausscheidung von <a href="Guanin" title="Guanin">Guanin</a> als Stickstoffträger ist nachteilig, da er <a href="Chemische_Energie" title="Chemische Energie">energiereicher</a> ist als Harnstoff, hat aber für Flugtiere den großen Vorteil, dass dessen Exkretion kaum Wasser benötigt, also auch weniger Ballast bedingt (die Energiebilanz ist positiv). Guaninausscheidung ist wenig verbreitet, aber die meisten <a href="V%C3%B6gel" title="Vögel">Vögel</a> und <a href="Flederm%C3%A4use" title="Fledermäuse">Fledermäuse</a> scheiden Guanin (vermischt mit Harnsäure) als pastöse Exkrete aus, das gilt auch für flugunfähige Vögel wie Pinguine, aber nicht <a href="Strau%C3%9Fe_(Familie)" class="mw-redirect" title="Strauße (Familie)">Strauße</a>. Daraus bildet sich durch Verwitterung <a href="Guano" title="Guano">Guano</a> bzw. <a href="Fledermausguano" title="Fledermausguano">Fledermausguano</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Harnsäure"><span id="Harns.C3.A4ure"></span>Harnsäure</h5></div>
<p><a href="Harns%C3%A4ure" title="Harnsäure">Harnsäure</a> wird von vielen Insekten, Reptilien und Vögeln ausgeschieden.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-coprodeum_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-coprodeum-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch viele Säugetiere und der Mensch geben Harnsäure ab, zu etwa 65 % mit dem Urin und etwa 35 % mit dem Kot.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading5"><h5 id="Kreatinin/Kreatin"><span id="Kreatinin.2FKreatin"></span>Kreatinin/Kreatin</h5></div>
<p>Ebenfalls als Stickstoffträger, oft aber nur als körpereigenes Protein-Abbauprodukt gesehen, wird <a href="Kreatinin" title="Kreatinin">Kreatinin</a> bzw. <a href="Kreatin" title="Kreatin">Kreatin</a> ausgeschieden. Es rührt überwiegend aus dem Muskelabbau her.
</p><p>Viele Säugetiere und der Mensch scheiden das harnpflichtige Stoffwechselprodukt <a href="Kreatinin" title="Kreatinin">Kreatinin</a> im Urin aus. Zur Nierenfunktionsbeurteilung wird oft die <a href="Glomerul%C3%A4re_Filtrationsrate" title="Glomeruläre Filtrationsrate">Kreatinin-Clearance</a> betrachtet, da dieser Vorgang die Nierenleistung besonders gut charakterisiert. Vögel scheiden stattdessen überwiegend <a href="Kreatin" title="Kreatin">Kreatin</a> in ihren pastösen Exkreten aus.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Ketokörper"><span id="Ketok.C3.B6rper"></span>Ketokörper</h4></div>
<p>Gesunde Menschen können gelegentlich, Erkrankte (<a href="Diabetes_mellitus" title="Diabetes mellitus">Diabetes mellitus</a>, Ketonämie) charakteristisch <a href="Ketok%C3%B6rper" class="mw-redirect" title="Ketokörper">Ketokörper</a> (<a href="Acetessigs%C3%A4ure" title="Acetessigsäure">Acetessigsäure</a> und <a href="Betahydroxybutters%C3%A4ure" class="mw-redirect" title="Betahydroxybuttersäure">Betahydroxybuttersäure</a>) oder <a href="Aceton" title="Aceton">Aceton</a> ausscheiden, hauptsächlich im Urin (als <a href="Ketonurie" title="Ketonurie">Ketonurie</a> bezeichnet), teilweise auch in den Atemgasen. Ketokörper sind Abbauprodukte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Verdauungsgase">Verdauungsgase</h4></div>
<p>Mit der Verdauung entstehen bei vielen Tieren und beim Menschen auch gasförmige Bestandteile, die rektal abgegeben werden (0,5–1,5 Liter täglich), als Flatulenz bezeichnet.<sup id="cite_ref-Stein_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Stein-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Fünf verschiedene Gase in sehr variabler Menge machen beim Menschen 99 % der intestinalen Gasproduktion aus:<sup id="cite_ref-Stein_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-Stein-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable">
<caption>intestinale Gase
</caption>
<tbody><tr>
<th>Gas</th>
<th>Formel</th>
<th>Anteil
</th></tr>
<tr>
<td>Stickstoff</td>
<td>N<sub>2</sub></td>
<td>11–92 %
</td></tr>
<tr>
<td>Sauerstoff</td>
<td>O<sub>2</sub></td>
<td>0–11 %
</td></tr>
<tr>
<td>Kohlendioxid</td>
<td>CO<sub>2</sub></td>
<td>3–54 %
</td></tr>
<tr>
<td>Wasserdampf</td>
<td>H<sub>2</sub>O</td>
<td>0–86 %
</td></tr>
<tr>
<td>Methan</td>
<td>CH<sub>4</sub></td>
<td>0–56 %
</td></tr></tbody></table>
<p>Große Unterschiede rühren von unterschiedlicher Ernährung oder Erkrankungen (wie <a href="Reizdarmsyndrom" title="Reizdarmsyndrom">Reizdarmsyndrom</a>).<sup id="cite_ref-Stein_6-3" class="reference"><a href="#cite_note-Stein-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Viele dieser Gaskomponenten entstehen primär als Atemgase der <a href="Symbiose" title="Symbiose">Endosymbionten</a>, bei <a href="Cellulose" title="Cellulose">Cellulose</a> verdauenden Tieren wie <a href="Wiederk%C3%A4uer" title="Wiederkäuer">Wiederkäuern</a>, die selber keine <a href="Cellulase" class="mw-redirect" title="Cellulase">Cellulasen</a> produzieren können, oft in erheblichem Ausmaß. Auch kann sich das Verhältnis der Gase zueinander ändern.
</p><p>Außerdem können Kot und Exkremente viele <a href="Fl%C3%BCchtige_organische_Verbindungen" title="Flüchtige organische Verbindungen">volatile Stoffe</a> enthalten wie <a href="Indol" title="Indol">Indol</a>, <a href="Skatol" title="Skatol">Skatol</a>, <a href="Thiole" title="Thiole">Alkanthiole</a> und <a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a>, welche viele Tiere mit ihrem Geruchssinn wahrnehmen können, entweder um sie zu vermeiden, oder um sie als <a href="Koprophagie" title="Koprophagie">Nahrung</a> zu nutzen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Salze">Salze</h3></div>
<p>Zur <a href="Osmoregulation" title="Osmoregulation">Osmoregulation</a> und andere physiologische Vorgänge ist es erforderlich, Salzkonzentrationen im Körper durch selektive Ausscheidung zu steuern. Diese Notwendigkeit betrifft auch Pflanzen.
</p><p>Eine Möglichkeit, <a href="Salze" title="Salze">Salze</a> bzw. dessen <a href="Ion" title="Ion">Ionen</a> (besonders <a href="Natrium" title="Natrium">Natriumionen</a> und <a href="Chlorid" class="mw-redirect" title="Chlorid">Chloridionen</a> als die in der Regel am meisten vorkommenden) zur <a href="Osmoregulation" title="Osmoregulation">Osmoregulation</a> auszuscheiden, bietet das Harnorgan. Dieser Exkretionsvorgang erfordert einen hohen Wasserumsatz, nicht im Wasser lebende Organismen können daher keine großen Salzmengen ausscheiden. Der Funktion des Harnorgans entsprechend kann die Exkretion von Salzen bei vielen <a href="Wirbellose" title="Wirbellose">Wirbellosen</a> über <a href="Nephridien" class="mw-redirect" title="Nephridien">Nephridien</a> erfolgen.<sup id="cite_ref-Wigglesworth_19-0" class="reference"><a href="#cite_note-Wigglesworth-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weitere Möglichkeiten bietet die Ausscheidung über die Haut (beispielsweise als <a href="Schwei%C3%9F" title="Schweiß">Schweiß</a>), bei sehr vielen Tieren bestehen allerdings Mengenbeschränkungen, insbesondere bei fliegenden. Auch ein <a href="Exoskelett" title="Exoskelett">Exoskelett</a> (bei <a href="Gliederf%C3%BC%C3%9Fer" title="Gliederfüßer">Gliederfüßern</a>) steht diesem Weg entgegen. Viele Landtiere sind zur Exkretion von Schweiß daher nicht befähigt. Nahezu problemlos erfolgt die Salzabgabe über Kiemen.
</p><p>Die Osmoregulation und Salzausscheidung mariner Säugetiere scheint sich prinzipiell nicht deutlich von der landlebender zu unterscheiden. Vermutlich nehmen sie kaum Meerwasser auf, sondern decken ihren Wasserbedarf aus ihrer Nahrung, die nur ca. die Hälfte der Salzkonzentration des Meerwassers enthält.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei der Abgabe über das Harnorgan ist die Beteiligung einer Niere für die Salzabgabe erforderlich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Unverdautes">Unverdautes</h3></div>
<p>Unverdaute und unverdauliche Bestandteile der Nahrung passieren meist den Darm zur Defäkation. Dazu gehören auch die hellen kalkreichen festen Ausscheidungen von <a href="Hy%C3%A4nen" title="Hyänen">Hyänen</a> oder anderen <a href="Raubtiere" title="Raubtiere">Raubtieren</a>, welche aus Resten der aufgenommenen Knochen bestehen.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Manche Feststoffe werden regelmäßig über den Aufnahmeweg wieder abgegeben oder ausgewürgt, so generell bei <a href="Nesseltiere" title="Nesseltiere">Nesseltieren</a> (Cnidaria) oder vielen Vögeln (<a href="Nashornvogel" class="mw-redirect" title="Nashornvogel">Nashornvogel</a>), aber (zumindest gelegentlich) bei allen Tieren mit Mund (<a href="Erbrechen" title="Erbrechen">Erbrechen</a><sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, <a href="Gew%C3%B6lle" title="Gewölle">Gewölle</a>). Dieser Vorgang wird jedoch nur selten der Exkretion zugerechnet.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausscheidungsformen">Ausscheidungsformen</h2></div>
<p>Es gibt viele Ausscheidungsformen, neben denen die Abgabe über Kiemen und fester kalkreicher Kot mancher Raubtiere die beiden extremen Gegensätze darstellen. Dazwischen liegen flüssige und pastöse Ausscheidungen. Vielfach sind Ausscheidungen auch inhomogene Mischformen, Zusammensetzungen verschiedener Konsistenzen mit abgrenzbaren stofflich unterschiedlichen Bereichen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Urin">Urin</h3></div>
<p>Bei vielen <a href="Tiere" class="mw-redirect" title="Tiere">Tieren</a> werden wasserlösliche Substanzen durch die <a href="Niere" title="Niere">Nieren</a> aus dem <a href="Blut" title="Blut">Blut</a> gefiltert und über den Urin abgegeben (renale Exkretion), insbesondere Harnstoff und Harnsäure, gelöst in Wasser, z. B. bei Affen und Menschen. Bei Reptilien ist der Harnsäureanteil größer, bei ihnen enthält er auch die Stickstoffanteile aus dem <a href="Aminos%C3%A4uren" title="Aminosäuren">Aminosäureabbau</a>. Auch <a href="Insekten" title="Insekten">Insekten</a> scheiden in ihrem Urin Harnstoff aus.<sup id="cite_ref-Wigglesworth_19-1" class="reference"><a href="#cite_note-Wigglesworth-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kot">Kot</h3></div>
<p>Einen Teil der Abbauprodukte gibt die Leber über die <a href="Galle" title="Galle">Galle</a> in den <a href="Darm" title="Darm">Darm</a> ab (biliäre Exkretion). Dort werden sie, zusammen mit den darmeigenen Ausscheidungen, zu einem Teil des <a href="Kot" title="Kot">Kotes</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Guanin_2">Guanin</h4></div>
<p>Der Kot der meisten Vögel, Reptilien und der Fledermäuse enthält das pastöse <a href="Guanin" title="Guanin">Guanin</a> als Ausscheidungsform des Stickstoffes.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Kloakentiere">Kloakentiere</h4></div>
<p>Tiere mit <a href="Kloake_(Biologie)" title="Kloake (Biologie)">Kloake</a> scheiden Harnsäure beziehungsweise die Produkte der Niere und den Darmkot gemeinsam über die Kloakenöffnung aus.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schweiß"><span id="Schwei.C3.9F"></span>Schweiß</h3></div>
<p>Schwitzen dient beim Menschen und vielen Säugetieren primär der Temperaturregulation und der innerartlichen Chemokommunikation. Soweit nur diese Vorgänge betrachtet werden, wird die Schweißproduktion üblicherweise nicht der Exkretion zugeordnet. Soweit aber die Osmoregulation betroffen ist und beispielsweise Natrium-, Kalium-, Kalzium- oder Magnesiumionen spezifisch durch den Schweiß aus dem Körper geschleust werden, zählt der Schweiß als Exkretion.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als Exkretionsleistung gilt auch, dass die Harnstoffkonzentration im menschlichen Schweiß die im menschlichen Urin übersteigt.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch als Eliminationsweg für komplexere Stoffe des Stoffwechsels und leberbelastende Arzneistoffe dient der Schweiß.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Organsysteme">Organsysteme</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zentrales_Stoffwechselorgan">Zentrales Stoffwechselorgan</h3></div>
<p>Ein zentrales Stoffwechselorgan wie die <a href="Leber" title="Leber">Leber</a> bei vielen Wirbeltieren ist oftmals verantwortlich für die <a href="Dissimilation_(Biologie)" title="Dissimilation (Biologie)">Umwandlung</a> von Substanzen in eine Form, die eine Ausscheidung ermöglicht. Deren Abgabe kann dann <a href="Enterohepatischer_Kreislauf" title="Enterohepatischer Kreislauf">enterohepatisch</a> und über den Darm erfolgen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Körperoberfläche"><span id="K.C3.B6rperoberfl.C3.A4che"></span>Körperoberfläche</h3></div>
<p>Über die Haut können alle gelösten Stoffe abgegeben werden, soweit genügend Wasser und durchlässige Körperoberfläche vorhanden sind. Die Hautausscheidung ist daher besonders unproblematisch für Wassertiere mit weicher Oberfläche. Bei Kleinorganismen ohne Haut (<a href="Einzeller" title="Einzeller">Einzeller</a>) erfolgt die Exkretion noch einfacher über die Zellmembran als <a href="Exozytose" title="Exozytose">Exozytose</a> oder durch Expulsion eines Zellbestandteiles (wie beim Ausstoßen von Organellen und Zellkern bei der Reifung der Erythroblasten zu <a href="Erythrozyt" title="Erythrozyt">Erythrozyten</a>).<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei der Hautexkretion und der Exkretion über die Zellmembranen sind die Funktionen Exkretion, Sekretion und Atmung kaum abgrenzbar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Atmung">Atmung</h3></div>
<p>Über das Atmungssystem werden neben <a href="Kohlenstoffdioxid" title="Kohlenstoffdioxid">Kohlenstoffdioxid</a>, dessen Abgabe eher der <a href="Atmung" title="Atmung">Atmung</a> als der Exkretion zugeordnet wird, besonders Ammoniak oder <a href="Ammonium#Ammonium_in_der_Natur" title="Ammonium">Ammonium</a> über die <a href="Kiemen" class="mw-redirect" title="Kiemen">Kiemen</a> vieler Wassertiere, so der marinen <a href="Knochenfische" title="Knochenfische">Knochenfische</a> abgegeben. Viele marine <a href="Echte_Knochenfische" title="Echte Knochenfische">Echte Knochenfische</a> steuern ihre Osmoregulation und Salzabgabe ebenfalls über ihre Kiemen.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Harnausscheidung">Harnausscheidung</h3></div>
<p>Harnbildung dient der Exkretion <a href="Hydrophilie" title="Hydrophilie">wasserlöslicher</a> Stoffe, das sind Harnsäure, Harnstoff und viele Abbauprodukte.
</p><p>Bei vielen <a href="Wirbellose" title="Wirbellose">Wirbellosen</a> übernehmen verschiedene Formen der <a href="Nephridien" class="mw-redirect" title="Nephridien">Nephridien</a> die Exkretion; <a href="Nephridium" title="Nephridium">Protonephridien</a> bei <a href="Plattw%C3%BCrmer" title="Plattwürmer">Plattwürmern</a> (Plathelminthes) und vielen Larven der <a href="Spiralia" title="Spiralia">Spiralia</a> und <a href="Nephridium" title="Nephridium">Metanephridien</a> bei <a href="Ringelw%C3%BCrmer" title="Ringelwürmer">Ringelwürmern</a> (Annelida) und weiteren Tieren mit einem <a href="Coelom" title="Coelom">Coelom</a>. Das Harnorgan besteht aus <a href="Niere" title="Niere">Nieren</a>, <a href="Harnleiter" title="Harnleiter">Harnleiter</a>, <a href="Harnblase" title="Harnblase">Harnblase</a> und <a href="Harnr%C3%B6hre" title="Harnröhre">Harnröhre</a>. Dieses Organsystem ist bei vielen Säugetieren voll ausgebildet, bei vielen anderen Wirbeltieren nur partiell, bei Vögeln fehlen Blase und eine äußere Ureteröffnung (außer bei <a href="Strau%C3%9Fe_(Familie)" class="mw-redirect" title="Strauße (Familie)">Straußen</a>). Ein Harnorgan muss auch bei <a href="Art_(Biologie)" title="Art (Biologie)">Arten</a> nicht bestehen, wenn deren Exkretion über andere Organe abläuft, beispielsweise bei Endoparasiten über deren Haut.
</p><p>Die Hauptaufgabe der Niere besteht darin, Wasser aus dem Primärurin zurückzugewinnen. In diesen Prozess fließt der Großteil der Energie, die die Nierenarbeit benötigt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rektale_Ausscheidung">Rektale Ausscheidung</h3></div>
<p>Bei <a href="Insekt" class="mw-redirect" title="Insekt">Insekten</a> werden die Abfallstoffe des Stoffwechsels mittels eines Systems <a href="Malpighische_Gef%C3%A4%C3%9Fe" title="Malpighische Gefäße">Malpighischer Gefäße</a> ausgeschieden.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die auszuscheidenden Substanzen diffundieren oder werden aktiv in die Gefäße transportiert und von diesen in den Enddarm geleitet. Dort erfolgt dann der Entzug von Wasser und Ionen. Die restlichen Exkrete werden dann zusammen mit den Fäkalien ausgeschieden.<sup id="cite_ref-Cochran_2-3" class="reference"><a href="#cite_note-Cochran-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bei Säugetieren und anderen Wirbeltieren werden in der Leber erzeugte Abbauprodukte über die Galle (enterohepatisch) und über den Darm rektal ausgeschieden.
</p><p>Gasförmige Substanzen können den <a href="Verdauungstrakt" title="Verdauungstrakt">Verdauungstrakt</a> rektal<sup id="cite_ref-Stein_6-4" class="reference"><a href="#cite_note-Stein-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wie oral verlassen. Oft wird dieser Exkretionsform keine Bedeutung zugemessen, die Abgabe von <a href="Methan" title="Methan">Methan</a> durch <a href="Wiederk%C3%A4uer" title="Wiederkäuer">Wiederkäuer</a> stellt jedoch einen ernstzunehmenden Faktor in der Berechnung der <a href="Treibhausgas#Methan" title="Treibhausgas">Treibhausgase</a> dar. <a href="Flatulenz" class="mw-redirect" title="Flatulenz">Flatulenz</a> ist nicht der Atmung zuzurechnen (außer der der <a href="Archaeen" title="Archaeen">Archaeen</a> im <a href="Wiederk%C3%A4uer#Bau_des_Magens" title="Wiederkäuer">Wiederkäuermagen</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kloake">Kloake</h3></div>
<p>Die meisten landlebenden Wirbeltiere besitzen eine einzige Körperöffnung (<a href="Kloake_(Biologie)" title="Kloake (Biologie)">Kloake</a>) zur Exkretion. Auch wenn hier getrennte Ausführgänge für feste und flüssige Bestandteile münden, können in der Kloake nochmals Wasser und Salze resorbiert werden und somit für die Gesamtexkretion einen geringeren Salz- und Wasserverlust erreichen.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vögel geben ihre pastösen Exkrete über ihre Kloake ab.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spezielle_Drüsen"><span id="Spezielle_Dr.C3.BCsen"></span>Spezielle Drüsen</h3></div>
<p>Einige <a href="Krebstiere" title="Krebstiere">Krebstiere</a> exzernieren über <a href="Antennendr%C3%BCse" class="mw-redirect" title="Antennendrüse">Antennendrüsen</a>, einige <a href="Spinnentiere" title="Spinnentiere">Spinnentiere</a> über <a href="Coxaldr%C3%BCse" title="Coxaldrüse">Coxaldrüsen</a>. Knorpelfische,<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> viele Meeresreptilien<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (wie Meeresschildkröten<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Seeschlangen<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) und Seevögel<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> besitzen Salzdrüsen zur Osmoregulation. Auch Pflanzen besitzen Salzausscheidungsorgane.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sekundärfunktionen"><span id="Sekund.C3.A4rfunktionen"></span>Sekundärfunktionen</h2></div>
<p>Ausscheidungsprodukte werden gelegentlich zusätzlich für weitere Funktionen genutzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zusatznutzen">Zusatznutzen</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Osmoregulation_und_Säure-Basen-Regulation"><span id="Osmoregulation_und_S.C3.A4ure-Basen-Regulation"></span>Osmoregulation und Säure-Basen-Regulation</h4></div>
<p>Exkretionen von <a href="Ion" title="Ion">Ionen</a> bedeuten meist gleichzeitig auch eine Osmoregulation und oft auch eine Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichtes.<sup id="cite_ref-Wright_10-3" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies betrifft die Salzexkretion, die Exkretion einiger Stickstoffträger und die Exkretion anderer geladener Metabolite. Unter den Stickstoffträgern liegen nicht alle in geladener Form vor, aber sowohl bei Wirbellosen wie bei Wirbeltieren dienen verschiedene Stickstoffträger der zellulären Osmoregulation.<sup id="cite_ref-Wright_10-4" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ammoniumausscheidung der Wirbeltiere über Nieren und der Ammoniumstoffwechsel sind verknüpft mit der renalen Säure-Basen-Regulation.<sup id="cite_ref-Wright_10-5" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Auftriebshilfe">Auftriebshilfe</h4></div>
<p>Die Exkretion von Gasen, darunter auch Stickstoffträger, dient bei einigen wasserlebenden Tieren gleichzeitig dazu, für Auftrieb zu sorgen. Nicht alle Stickstoffträger sind dazu geeignet, sondern bevorzugt Ammonium.<sup id="cite_ref-Wright_10-6" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gleichfalls gasförmiges Ammoniak ist wegen seiner toxischen Eigenschaften ungeeignet, einen Auftriebskörper zu füllen. Die Abgabe über Kiemen steht ebenfalls einer Nutzung als Auftriebshilfe entgegen. Hauptsächlich wasserlebende Wirbellose können gasförmiges Ammonium als Auftriebshilfe nutzen.<sup id="cite_ref-Wright_10-7" class="reference"><a href="#cite_note-Wright-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Thermoregulation">Thermoregulation</h4></div>
<p>Die Schweißsekretion hat als Hauptfunktion eine temperatursenkende Thermoregulation bei einigen dazu befähigten Säugetieren und beim Menschen zum Ziel. Zur Optimierung enthält der Schweiß besonders hohe Harnstoffkonzentrationen, die dafür sorgen, zusätzlich Luftfeuchtigkeit an der Haut zu binden und so die Leistung der Verdunstungskühlung deutlich zu verlängern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Kommunikation">Kommunikation</h4></div>
<p>Exkrete, Fäzes und Exkremente dienen bei Territorien bildenden Tieren oft der <a href="Reviermarkierung" class="mw-redirect" title="Reviermarkierung">Revierabgrenzung</a> und können dann zusätzliche <a href="Duftstoff#Tierische_Duftstoffe" title="Duftstoff">Markierungsstoffe</a> aus <a href="Analdr%C3%BCse" title="Analdrüse">Analdrüsen</a> enthalten.
</p><p>Exkrete partnersuchender Tiere enthalten manchmal <a href="Pheromone" class="mw-redirect" title="Pheromone">Lockstoffe</a>, um mögliche Partner auf sich aufmerksam zu machen. Einige weibliche Tiere scheiden mit ihren Exkreten Stoffe aus, die ihren männlichen Artgenossen eine Paarungsbereitschaft anzeigen. Einige männliche Tiere nutzen die Individualität ihrer Geruchsstoffe in ihren Exkreten, um rivalisierende Männchen fernzuhalten.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einige Tiere nutzen die Geruchsstoffzusammensetzung ihrer Exkrete (aber auch Sekrete spezieller Drüsen), um einander individuell oder als Zugehörige einer Gemeinschaft zu identifizieren, besonders in weit verzweigten Bauen lebende. Oft ist es dazu erforderlich, dass sie sich mit ihren Exkreten einmassieren.<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den Sekreten des Schweißes sind oft <a href="Wirbeltierpheromone" title="Wirbeltierpheromone">Pheromone</a> enthalten, die die Attraktivität bei der Partnerwahl mitbestimmen, aber auch Faktoren, die eine individuelle Identifizierung von Rudelmitgliedern erlauben.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Allerdings teilen nicht alle Säugetiere diese anatomische Möglichkeit mit dem Menschen.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Abwehrmittel">Abwehrmittel</h4></div>
<p>Manche Tiere sind befähigt, ihre Exkrete oder Exkremente zur Abwehr von <a href="Beutegreifer" title="Beutegreifer">Beutegreifern</a> gezielt zu verspritzen, oft handelt es sich dabei allerdings um ein spezielles Sekret aus Stinkdrüsen, welches nicht als Exkret gilt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nutzen_für_andere_Organismen"><span id="Nutzen_f.C3.BCr_andere_Organismen"></span>Nutzen für andere Organismen</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Nahrungsquelle">Nahrungsquelle</h4></div>
<p>Ausscheidungsprodukte enthalten meist noch vielfältige Stoffe, in welchen chemische Energie gebunden ist und deren Abbau sich für darauf spezialisierte Organismen lohnt: <a href="Koprophagie" title="Koprophagie">Kotfresser</a> (wie <a href="Heiliger_Pillendreher" title="Heiliger Pillendreher">Heiliger Pillendreher</a>) und viele der in toter organischer Substanz lebenden Organismen (<a href="Saprobiont" title="Saprobiont">Saprobionten</a> und Saprophagen wie viele <a href="Schmei%C3%9Ffliegen" title="Schmeißfliegen">Schmeißfliegen</a> bzw. deren Maden). Auch <a href="Honigbienen" title="Honigbienen">Honigbienen</a> nehmen gelegentlich den von <a href="Bauml%C3%A4use" title="Baumläuse">Rindenläusen</a> ausgeschiedenen <a href="Honigtau" title="Honigtau">Honigtau</a> von <a href="Fichten" title="Fichten">Fichten</a> auf. Deren Verarbeitungsprodukt wird schließlich auch von Menschen im <a href="Waldhonig" class="mw-redirect" title="Waldhonig">Waldhonig</a> willig genossen. Der darin vorkommende <a href="Trisaccharide" title="Trisaccharide">Dreifachzucker</a> <a href="Melezitose" title="Melezitose">Melezitose</a> bezeugt seinen Ursprung aus dem Baumsaft.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einige <a href="Nagetiere" title="Nagetiere">Nagetiere</a> (<a href="Meerschweinchen" title="Meerschweinchen">Meerschweinchen</a>), <a href="Hasenartige" title="Hasenartige">Hasenartige</a> und einige <a href="Equidae" title="Equidae">Pferdeverwandte</a>, nehmen öfters ihre Ausscheidungen wieder auf, um sie in einer zweiten Darmpassage besser zu verwerten, analog zu Wiederkäuern, die zu einer intensiven Nutzung ihrer Futterstoffe befähigt sind, ohne ihre Ausscheidungen aufnehmen zu müssen. Der Vorgang des Fressens der eigenen Exkremente heißt <a href="Koprophagie#Autokoprophagen" title="Koprophagie">Autokoprophagie</a>.
</p>
<p>Einige Tiere haben sich darauf spezialisiert, <a href="Symbiose" title="Symbiose">symbiotisch</a> zusammenzuleben, wobei die Ausscheidungen der einen Art Nahrung der anderen darstellt. Bekannt dafür sind <a href="Blattl%C3%A4use" title="Blattläuse">Blattläuse</a> und <a href="Schildl%C3%A4use" title="Schildläuse">Schildläuse</a>, die von <a href="Ameise" class="mw-redirect" title="Ameise">Ameisen</a> gepflegt werden, um deren abgeschiedenen <a href="Honigtau" title="Honigtau">Honigtau</a> aufzunehmen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Ausbreitung">Ausbreitung</h4></div>
<p>Viele <a href="Parasitismus" title="Parasitismus">Endoparasiten</a> nutzen den Exkretionsweg zu einem <a href="Wirtswechsel" class="mw-redirect" title="Wirtswechsel">Wirtswechsel</a> oder zu einer <a href="Ausbreitung_(Biologie)" title="Ausbreitung (Biologie)">Ausbreitung</a>. Exkrete sind generell mit harmlosen und auch pathogenen <a href="Virusinfektion" title="Virusinfektion">Viren</a>, <a href="Bakterien" title="Bakterien">Bakterien</a>, <a href="Mykose" title="Mykose">Pilzsporen</a> und <a href="Parasiten_des_Menschen" class="mw-redirect" title="Parasiten des Menschen">Parasiten</a> befrachtet. Dieser <a href="Infektionsweg" title="Infektionsweg">Infektionsweg</a> stellt ein ernstes <a href="Hygiene" title="Hygiene">Hygieneproblem</a> dar.
</p><p>Pflanzen nutzen die Verschleppung im Verdauungssystem von Tieren und Exkretion ihrer Samen als <a href="Ausbreitungsmechanismen_von_Pflanzen" title="Ausbreitungsmechanismen von Pflanzen">Ausbreitungsstrategie</a>. Um dies zu gewährleisten, investieren sie häufig in die Attraktivität von Früchten. Dieser Vorgang heißt allgemein <a href="Endochorie" title="Endochorie">Endochorie</a>, bezogen auf Vögel <a href="Ornithochorie" title="Ornithochorie">Ornithochorie</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Orientierung">Orientierung</h4></div>
<p>Es wurde vermutet, dass <a href="Nagetiere" title="Nagetiere">Nagetiere</a> die Geruchswahrnehmung von Exkrementen besonders bedrohlicher <a href="Raubtiere" title="Raubtiere">Raubtiere</a> nutzen können, um solche Gebiete zu meiden. Diese Vermutung wurde in einem Beispiel widerlegt.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Umgekehrt präferieren aber manche Beutegreifer aufgrund der Geruchswahrnehmung von Exkrementen ihrer Beutetiere bestimmte Jagdgebiete.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Vandelliinae" title="Vandelliinae">Vandelliinae</a> wie <i><a href="Vandellia_cirrhosa" title="Vandellia cirrhosa">Vandellia cirrhosa</a></i> (aus der Familie <a href="Schmerlenwelse" title="Schmerlenwelse">Schmerlenwelse</a> im <a href="Amazonasbecken" title="Amazonasbecken">Amazonasbecken</a>) schwimmen in die <a href="Kiemen" class="mw-redirect" title="Kiemen">Kiemenöffnungen</a> größerer Fische, dringen zur Kiemenaorta vor, perforieren sie mit ihren spitzen Zähnen und nehmen das austretende Blut ohne Saugakt auf. Um das Opfer auszumachen, nutzen Vandelliinae die Wahrnehmung dessen Exkretion und nehmen die Verfolgung auf, der Konzentration folgend. Aus Verwechslung dringen sie gelegentlich auch in die menschliche Harnröhre ein (was eine operative Entfernung erfordert), weshalb sie auch als Harnröhrenwelse oder Penisfische bezeichnet werden.<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nachahmung">Nachahmung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Visuell">Visuell</h3></div>
<p>Um sich vor <a href="Beutegreifer" title="Beutegreifer">Beutegreifern</a> zu <a href="Tarnung_(Biologie)" title="Tarnung (Biologie)">tarnen</a>, ahmen einige Insektenlarven Vogelexkremente nach.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Strategie der Nachahmung toter Objekte wird <a href="Mimese" title="Mimese">Allomimese</a> genannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Geruchlich">Geruchlich</h3></div>
<p>Einige Organismen produzieren <a href="Riechstoff" title="Riechstoff">Geruchsstoffe</a>, welche die in Ausscheidungen oft vorkommenden imitieren, um Koprophagen und Saprophagen <a href="Olfaktorische_Wahrnehmung" title="Olfaktorische Wahrnehmung">olfaktorisch</a> anzulocken. Dies ist bei einigen <a href="Pilze" title="Pilze">Pilzen</a> und wenigen <a href="Pflanzen" class="mw-redirect" title="Pflanzen">Pflanzen</a> der Fall, die hauptsächlich Fliegen und Mücken (<a href="Zweifl%C3%BCgler" title="Zweiflügler">Zweiflügler</a>) anlocken. Das geschieht zu verschiedenen Zwecken: So locken <a href="Stinkmorcheln" title="Stinkmorcheln">Stinkmorcheln</a> damit, um die <a href="Ausbreitungsmechanismen_von_Pflanzen" title="Ausbreitungsmechanismen von Pflanzen">Verbreitung</a> ihrer <a href="Spore" title="Spore">Sporen</a> zu begünstigen, manche <a href="Aronstabgew%C3%A4chse" title="Aronstabgewächse">Aronstabgewächse</a> locken, um ihre <a href="Befruchtung" title="Befruchtung">Befruchtung</a> zu erreichen (beides Beispiele von <a href="Zoochorie" title="Zoochorie">Zoochorie</a>) und manche <a href="Fleischfressende_Pflanzen" title="Fleischfressende Pflanzen">fleischfressende Pflanzen</a>, um Bestandteile von Zweiflüglern für ihren Stoffwechsel zu nutzen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffsabgrenzungen">Begriffsabgrenzungen</h2></div>
<p>Gegenüber Exkretion bezeichnet die <a href="Sekretion" title="Sekretion">Sekretion</a> die Abgabe von <a href="Biomolek%C3%BCl" class="mw-redirect" title="Biomolekül">Biomolekülen</a> und Flüssigkeiten aus dem Körper, die eine biologische Funktion erfüllen (z. B. <a href="Schleim" title="Schleim">Schleim</a>, <a href="Schwei%C3%9F" title="Schweiß">Schweiß</a>, <a href="Pheromon" title="Pheromon">Pheromone</a>) und in einer <a href="Dr%C3%BCse" title="Drüse">Drüse</a> gebildet wurden.<sup id="cite_ref-RSW_3-2" class="reference"><a href="#cite_note-RSW-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Erstmals unterschieden zwischen Sekretion und Exkretion hatte 1830 der deutsche Anatom und Physiologe <a href="Johannes_M%C3%BCller_(Mediziner)" title="Johannes Müller (Mediziner)">Johannes Müller</a>.<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Begriff der <i>exokrinen</i> Sekretion klingt noch verwirrender, aber eine <a href="Exokrine_Dr%C3%BCse" title="Exokrine Drüse">exokrine Drüse</a> bedeutet eine Drüse, die ihre Sekrete mittels eines Ausführungsgangs in einen Körperhohlraum abgibt, z. B. Magen, Darm oder an die Hautoberfläche über die Brustdrüsen oder die Schweißdrüsen. Drüsen, die ihr Sekret an das Blut abgeben, nennt man endokrine Drüsen. Ebenfalls verwirrend klingt der Begriff der <a href="Sekretion#Einteilung" title="Sekretion"><i>ekkrinen</i> Sekretion</a>, welcher die Abgabe des Produkts aus kleinen Bläschen (Sekretvesikel), die mit der Membran verschmelzen (Exozytose) umfasst.
</p><p>In Zusammenhang mit der Exkretion, aber meist anatomisch abtrennbar, steht die Abgabe von Sekreten der Analdrüsen. Die Begriffsabtrennung zwischen Exkretion und Sekretion fällt allerdings bei vielen Organismen (beispielsweise Insekten, Einzellern, Pflanzen) schwer oder ist unmöglich.<sup id="cite_ref-Cochran_2-4" class="reference"><a href="#cite_note-Cochran-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Übergang zu Sekreten, also Verbindungen, die außerhalb des Organismus noch bestimmte Funktionen erfüllen (z. B. Anlockung von Bestäubern oder <a href="Antibiotikum" title="Antibiotikum">antibiotische</a> Verbindungen), ist bei Pflanzen beispielsweise häufig fließend.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Exkret" class="extiw external" title="wikt:Exkret">Wiktionary: Exkret</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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<li id="cite_note-57"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-57">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Frederic Klein: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article1346741/Der-Fisch-der-sich-wie-ein-Vampir-ernaehrt.html"><i>Parasiten: Der Fisch, der sich wie ein Vampir ernährt.</i></a> In: <i><a href="Welt_Online" class="mw-redirect" title="Welt Online">Welt Online</a>.</i> 9. November 2007,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 16. Februar 2017</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AExkretion&rft.title=Parasiten%3A+Der+Fisch%2C+der+sich+wie+ein+Vampir+ern%C3%A4hrt&rft.description=Parasiten%3A+Der+Fisch%2C+der+sich+wie+ein+Vampir+ern%C3%A4hrt&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fwissenschaft%2Ftierwelt%2Farticle1346741%2FDer-Fisch-der-sich-wie-ein-Vampir-ernaehrt.html&rft.creator=Frederic+Klein&rft.date=2007-11-09"> </span></span>
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<li id="cite_note-58"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-58">↑</a></span> <span class="reference-text">Andrew Starrett: <i>Adaptive resemblance: a unifying concept for mimicry and crypsis.</i> In: <i>Biological Journal of the Linnean Society.</i> Band 48, Nr. 4, 1993, S. 299–317, <a href="https://doi.org/10.1111/j.1095-8312.1993.tb02093.x" class="extiw external" title="doi:10.1111/j.1095-8312.1993.tb02093.x">doi:10.1111/j.1095-8312.1993.tb02093.x</a>.</span>
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<li id="cite_note-59"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-59">↑</a></span> <span class="reference-text">Justin O. Schmidt (Hrsg.): <i>Insect defenses: adaptive mechanisms and strategies of prey and predators.</i> SUNY Press, 1990.</span>
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<li id="cite_note-60"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-60">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Otto_Westphal_(Chemiker)" title="Otto Westphal (Chemiker)">Otto Westphal</a>, <a href="Theodor_Wieland" title="Theodor Wieland">Theodor Wieland</a>, Heinrich Huebschmann: <i>Lebensregler. Von Hormonen, Vitaminen, Fermenten und anderen Wirkstoffen.</i> Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1941 (= <i>Frankfurter Bücher. Forschung und Leben.</i> Band 1), insbesondere S. 9–35 (<i>Geschichte der Hormonforschung</i>), hier: S. 12 f. (<i>Die Drüsen</i>).</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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